Der Tierkreiszeichenkalender

  • Hybris Mechanica zodiaque
Auf dieser Seite der Uhr befindet sich ein Kreis, auf dem die 12 Tierkreiszeichen zu sehen sind. Seine Funktion erfordert eine kurze Beschäftigung mit dem wichtigsten Himmelskörper überhaupt: Der Sonne. Bekanntlich definiert sich unser Jahr als jene Zeitspanne, während der sich die Erde einmal um die Sonne bewegt. Man könnte aber genauso gut von einer scheinbaren Reise der Sonne rund um die Himmelssphäre sprechen, von einer Frühjahrs-Tagundnachtgleiche zur nächsten. In der Astronomie beginnt das so genannte tropische Jahr am Frühlingspunkt, dem Tag der Tag- und Nachtgleiche im Frühling. Das daraus resultierende tropische Jahr währt 365,242 mittlere Sonnentage oder umgerechnet 365 Tage, 5 Stunden und 49 Minuten. Die imaginäre Sonnenreise vollzieht sich auf einer Bahn namens Ekliptik. Sie umfasst 360 Bogengrade und ist in die zwölf Häuser des Zodiak- oder Tierkreises unterteilt. Gegenüber dem Himmelsäquator, einer gedanklichen Ausdehnung unseres Erdäquators, ist die Sonnenbahn um 23 Grad und 27 Minuten geneigt. Normalerweise betritt die Sonne am 21. März das Haus der Fische. Zu diesem Zeitpunkt befindet sie sich exakt über dem irdischen Äquator, weshalb Tage und Nächte gleich lange dauern. Dann zieht sie weiter über die nördliche Hemisphäre. Zu Beginn des Widders kreuzen sich Sonnenbahn und Himmelsäquator. Drei Monate später, beim Erreichen des nördlichen Wendekreises am 21. Juni hat sich die Sonne am weitesten vom Himmelsäquator entfernt. Diesen Punkt im Haus Zwilling bezeichnen wir als Sommersonnenwende. Von da an bewegt sich die Sonne in südlicher Richtung erneut dem Himmelsäquator entgegen. Selbigem begegnet sie um den 23. September beim Erreichen der Waage. Die weitere Reise in Richtung Süden führt zum südlichen Wendekreis und bringt die Wintersonnenwende am 21. Dezember. Hier nun begibt sich die Sonne ins Haus des Schützen. Fortan reist sie wieder gen Norden zur abermaligen Schnittstelle mit dem Himmelsäquator. Eintrefftag ist der 21. März. Mit dieser Frühjahrs-Tagundnachtgleiche ist das tropische Jahr vollendet. In der Astronomie gibt es 88 Konstellationen, von denen nur 12 den Namen eines Tierkreiszeichens tragen. Astrologisch ist also genau zwischen Sternbildern und Tierkreiszeichen zu unterscheiden. Sternbilder sind nichts anderes als Gebilde von Fixsterngruppen, die sich ganz langsam gegenüber den feststehenden, von Ptolemäus im Jahr 200 n. Chr. festgelegten Tierkreiszeichen nach Westen verschieben. Wegen der sogenannten Präzession, einer minimalen aber kontinuierlichen Erdachsenverschiebung, steht die Sonne dort mittlerweile im vorhergehenden Sternbild. Zum Beispiel während des Tierkreiszeichens Jungfrau im Löwen. Vor 1800 Jahren sah das noch ganz anders aus. Damals stand die Sonne noch in dem Zeichen, das dem namensgleichen Sternbild entsprach. Durch die Kreiselbewegung der Erdachse wird dies in etwa 24.000 Jahren wieder der Fall sein. Die Besitzer einer Reverso grande complication à triptyque brauchen sich ob dieser astronomischen Feinheiten keine Sorgen zu machen. Ihre Uhr zeigt auf dem Scheibenrand den Tierkreiszeichenkalender an und in der Himmelsöffnung das jeweilige Sternbild.